Norcia

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Panorama von Norcia
Norcia (lateinisch Nursia) ist eine italienische Gemeinde mit 4556 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2022) in der Provinz Perugia in Umbrien und ist Mitglied der Vereinigung Die schönsten Orte Italiens.[2]

Geographie

Die „Sibyllinischen Berge“ hinter dem Ortsteil Castelluccio
Norcia liegt an der Grenze zu den Marken, am Fusse der Sibillinischen Berge. Die Gemeinde liegt 154 km nordöstlich der Hauptstadt Rom, 95 km südöstlich der Provinz- und Regionalhauptstadt Perugia sowie 83 km westlich der Adriatischen Küste bei Porto d’Ascoli. Das weitläufige Gemeindegebiet erstreckt sich vom Tal der Nera bis zum Cima Del Redentore (2448 m) im Massiv des Monte Vettore, der die höchste Erhebung Umbriens darstellt. Ein grosser Teil von Norcia gehört zum Nationalpark Monti Sibillini.

Norcia ist Mitglied in der Comunità Montana Valnerina.

Panorama der Sibillinischen Berge – Landschaft nördlich von Norcia. Karsttal Piani di Castelluccio
mit dem gleichnamigen Dorf Castellucio di Norcia hinten und dem Monte Vettore rechts im Osten der landwirtschaftlichen Ebene
Verkehr
Norcia wird durch die Staatsstrasse SS 685 delle Tre Valli Umbre erschlossen, die von Spoleto kommend, hinter Norcia über die Forca Canapine (1541 m) im Trontotal die Via Salaria erreicht. Der nächste Bahnhof ist in 41 km Entfernung der von Spoleto, seit 1968 die Bahnstrecke nach Spoleto stillgelegt wurde.

Geschichte
Die Ursprünge des Ortes gehen auf die Zeit der Sabiner zurück. Norcia wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Römern erobert und erhielt 268 v. Chr. römisches Bürgerrecht.

Im Jahr 572 wurde Norcia von den Langobarden, deren Zentrum sich im nahen Spoleto befand, zerstört. Ihnen folgten Oströmer und Sarazenen, so dass Norcia 890 verlassen war. Erst langsam entwickelte sich danach wieder das bürgerliche Leben, bis sich Norcia um 1200 als Kommune konstituierte. Es entwickelte sich zu einem regionalen Zentrum und Handelsplatz. Gleichzeitig wurde die heute noch erhaltene Stadtmauer errichtet.

1484 kam die Stadt nach heftigem Widerstand unter die Regierung des Kirchenstaates, unter der es blieb, bis sich am 18. September 1860 in einer Volksabstimmung eine grosse Mehrheit der Nursini, jedenfalls der wahlberechtigten Bürgerklasse, für den Beitritt zum Königreich Italien aussprach.


Basilika San Benedetto, eingestürzt am 30. Oktober 2016 (Aufnahme von 2006)
Am 24. August 2016 begann eine Erdbebenserie in Mittelitalien. Das Beben vom 24. August hatte in Norcia eine Stärke von 6,2 MW;[3] weitere Beben gab es am 3. September, am 20. September und am 26. Oktober, bei dem ein grosser Teil der Kirche San Salvatore zusammenbrach. Am 30. Oktober 2016 folgte um 07:41 Uhr ein weiterer Erdstoss mit einer Stärke von 6,5 MW, der die Basilika von San Benedetto zum Einsturz brachte und andere Gebäude schwer beschädigte.[4]